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Willkommen auf der Homepage der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge

Die Gedenkstätte erinnert an die Häftlinge aus 23 Ländern des KZ-Außenlagers Langenstein-Zwieberge. Unter der Bezeichnung B2/Malachit mussten sie von April 1944 bis April 1945 ein 13 km langes Stollensystem in die Thekenberge bei Halberstadt (Sachsen-Anhalt) treiben. Infolge der körperlichen Strapazen und der mangelhaften Ernährung starben innerhalb von nur zwölf Monaten über 1.700 von über 7.000 Häftlingen.

Heute ist die Gedenkstätte ein internationaler Ort des Erinnerns, der politischen Bildung und der historischen Forschung.

Aktuelles

Stollenöffnung am 25. und 26. Mai

Am Wochenende, dem 25. und 26. Mai 2024, ist der für die Gedenkstätte zugängliche Teil des Stollensystems in den Thekenbergen in der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr für individuelle Besichtigungen geöffnet. Der Eintritt ist frei. Jeweils um 14:15 Uhr, 15:15 Uhr und 16:15 Uhr finden kostenlose Führungen im Stollen statt.

Treffpunkt für die Führungen ist am Eingang zum Stollen in den Thekenbergen. Der Stollen ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar.

Parkplätze sind am Gedenkstättengebäude vorhanden.

Trauer um Ivan Ivanji

Der Schriftsteller und Überlebende des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge Ivan Ivanji ist am 9. Mai gestorben. Er wurde 95 Jahre alt. Am 18. Februar 1945 war er von dem Buchenwalder Außenlager Niederorschel in das Lager bei Langenstein gebracht worden. Er überlebte hier bis zu seiner Befreiung. Danach kehrte er nach Jugoslawien zurück. Er hinterlässt uns ein reichhaltiges literarisches Erbe, in dem er nicht nur die Erfahrungen seines langen Lebens verarbeitet hat.

Ivanji wurde 1929 im kulturell, religiös und sprachlich vielfältigen Banat im damaligen Königreich Jugoslawien in Veliki Bečkerek (heute Zrenjanin, Serbien) geboren. Seine Eltern waren säkulare Juden. Sie praktizierten als Ärzte im Ort. In der Familie sprach man serbisch, ungarisch und deutsch. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs schickten die Eltern Ivan nach Novi Sad, das 1941 ungarisch wurde. 1944 wurde Ivanji verhaftet und über das Konzentrationslager Auschwitz nach Buchenwald gebracht. In den Buchenwalder Außenlagern musste er unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten.

Nach dem Krieg studierte Ivanji in Jugoslawien Architektur und Germanistik. Er war als Lehrer, Theaterintendant, Dolmetscher für die Jugoslawische Regierung und Botschaftsrat an der jugoslawischen Botschaft in Bonn tätig. Vor allem aber wurde er Schriftsteller und Übersetzer deutscher Literatur ins Serbische. Seine Befreiung in Langenstein hat er in dem Roman „Schattenspringen“ beschrieben. Seine Besuche in Niederorschel, Langenstein und Halberstadt in den neunziger Jahren haben in „Das Kinderfräulein“ Eingang gefunden. Unermüdlich engagierte sich Ivan Ivanji gegen das Vergessen, gegen Hass und Ausgrenzung, für Mitmenschlichkeit und Solidarität, für die Würde eines jeden Menschen und die allgemeinen Menschenrechte. So sagte er in seiner Rede für den 75. Jahrestag der Befreiung Buchenwalds 2020: „Im Rahmen des Gedenkens an den Holocaust wurde immer wieder betont, wie wichtig es sei, Minderheiten zu schützen. Gemeint waren damit meist die Juden. (…) Tatsächlich breitet sich der Antisemitismus wieder aus. (…) Allerdings möchte ich gerade als Jude betonen, nicht wir sind die einzige Minderheit, die geschützt werden muss. (…) Ich bitte Sie inständig, schenken sie alle ihre Empathie denjenigen, die heute verfolgt werden, fliehen, an Grenzen geschunden werden, in Lagern hungern und darben, im Meer ertrinken. Sagen Sie nicht, das sind andere Umstände, andere Lager, diese Leute haben andere Gründe vor Gefahren zu fliehen (…), wo auch immer, suchen Sie keine Beweggründe bei Seite zu schauen, mit den Achseln zu zucken, ihr Leid nicht zur Kenntnis zu nehmen. Das bitte ich auch im Namen der Shoah.“

Bei einem Telefonat im Herbst 2023 erklärte Ivanji, er sei zu alt, um noch einmal die Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge besuchen zu können. Weimar wurde ihm zu einer zweiten Heimat, die Stadt hat ihn mit der Ehrenbürgerschaft gewürdigt. In Weimar ist er am vergangenen Donnerstag gestorben.

Ausstellungseröffnung „Bildsprache – Fotografie und Worte“

Am 12. Dezember 2023 um 15 Uhr eröffnet im Infozentrum der Gedenkstätte die Ausstellung „Bildsprache – Fotografie und Worte 2023“. Wie im Vorjahr beschäftigten sich Jugendliche aus dem Harzkreis zwei Tage lang mit der Geschichte und den Schicksalen von Häftlingen des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge und lernten den historischen Ort aus verschiedenen Blickwinkeln kennen. Sie hielten Eindrücke, die sie besonders berührten, fotografisch fest und verbanden sie mit Texten, die ihre persönliche Sicht auf die Geschichte wiedergeben. Die Ausstellung zeigt die dabei entstandenen Wort-Bild-Kompositionen. Sie ist bis August 2024 in der Gedenkstätte zu sehen.

„Bildsprache – Fotografie und Worte 2023“ ist ein gemeinsames Projekt der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge, der Regionalkoordination des Harzkreises "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" und des Dachvereins Reichenstrasse e.V.

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Digitales Informationsmaterial

Um Schülerinnen und Schülern, pädagogischen Fachkräften und anderen Interessierten eine intensive Beschäftigung mit der Thematik zu ermöglichen, hat die Gedenkstätte für die Öffnung individueller Lern- und Denkräume ein digitales Informationsmaterial zur Geschichte des KZ Langenstein-Zwieberge erarbeitet. Unterteilt in bisher zehn verschiedene Themenmodule von der Ankunft der Häftlinge bis hin zum „Leben danach“ bietet das ausgewählte und didaktisch aufbereitete Material unter Einbeziehung vielfältiger Quellen wie Zeitzeugenberichten, Luftbildern, Fotos, Film- und Interviewsequenzen, einen multiperspektivischen Blick auf das jeweilige Modulthema. Die einzelnen Module können jederzeit inhaltlich ergänzt und neu erarbeitete Module zu weiteren Themen problemlos eingefügt werden. Das Informationsmaterial ist unter einem Link abrufbar und erscheint bei jedem Aufruf in der jeweils aktuellen Fassung.

 

Kontakt

Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Gedenkstättenpädagogin Gesine Daifi:

Telefon           03941 567325

E-Mail             gesine.daifi(at)erinnern.org