Willkommen auf der Homepage der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge
Die Gedenkstätte erinnert an die Häftlinge aus 23 Ländern des KZ-Außenlagers Langenstein-Zwieberge. Unter der Bezeichnung B2/Malachit mussten sie von April 1944 bis April 1945 ein 13 km langes Stollensystem in die Thekenberge bei Halberstadt (Sachsen-Anhalt) treiben. Infolge der körperlichen Strapazen und der mangelhaften Ernährung starben innerhalb von nur zwölf Monaten über 1.700 von über 7.000 Häftlingen.
Heute ist die Gedenkstätte ein internationaler Ort des Erinnerns, der politischen Bildung und der historischen Forschung.
Aktuelles
Lesung und Gespräch
A. Grab des unbekannten Häftlings
Eine Recherche zum Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge
21. April 2026, 18:00 Uhr
Pfarrhaus, Unter den Weiden 1, 38895 Halberstadt OT Langenstein
Mit Maja Billert, Moritz Schlenstedt, Stephan Pabst und Gero Fedtke
Moderation: Sabine Scholz
Neben der sogenannten Todeskiefer, einem als Hinrichtungsstätte genutzten Baum in Langenstein-Zwieberge, liegt ein Einzelgrab. Wer ist dort beerdigt?
Ein sowjetischer Häftling heißt es, der anderen zur Flucht verholfen und sich dann geweigert habe, sich an ihrer Hinrichtung zu beteiligen. Die SS habe ihn erhängt und direkt neben dem Baum verscharrt. In der DDR wurde die Geschichte seines Widerstands, seiner letzten Worte und seines Todes erzählt. Pioniere legten Kränze an seinem Grab nieder. In den Archiven aber stößt man auf unterschiedliche Erzählungen. Mal heißt er Kalmykow, mal Smirnow, mal Bulgakin, mal starb er mit diesen letzten Worten mal mit jenen.
Teile dieser Erzählung scheinen einer Bricolage unterschiedlicher historischer Fragmente zu entspringen. Eine Gruppe von Studierenden, ein Dozent und ein Gedenkstättenleiter haben sich auf die Suche nach den Fragmenten gemacht, die in diese Erzählung Eingang gefunden haben. Sie erzählen hier den Werdegang der Erzählung und erkunden, welche Wahrheit in ihr steckt.
Das Buch ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen.
Eine Kooperatiosveranstaltung von Evangelischer Kirchengemeinde Halberstadt und KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge
Abschied von Dr. Claudio Burelli
Es gibt Momente, in denen man das Gefühl hat, die Welt würde still stehen… Für das Team der Gedenkstätte gab es am 29. März 2026 so einen Moment, als wir erfuhren, dass Claudio Burelli verstorben ist. Sofort kamen uns Bilder, Gesprächsfetzen und Worte, die wir noch im letzten November während des Seminars der Gruppe der 2. Generation mit Claudio gewechselt hatten, in den Sinn. Gespräche, von denen wir nicht wussten, dass es unsere letzten mit Claudio waren…
Der Kardiologe Dr. Claudio Burelli war der Sohn des italienischen Zwieberge-Überlebenden Dr. Dino Burelli. Gemeinsam mit seinem Vater, später als engagiertes Mitglied der Gruppe der 2. Generation und als stellvertretender Vorsitzender der Sektion Udine der ANED (der Nationale Verband der ehemaligen italienischen Deportierten) setzte sich Claudio Burelli leidenschaftlich für ein Nachdenken über und eine Besinnung auf grundlegende menschliche Werte ein. Mit Jugendlichen sowohl in Italien als auch in Deutschland kam er regelmäßig ins Gespräch und thematisierte die Mechanismen, die auch heute noch wirken, um Feindbilder gegenüber allem Andersartigen zu schüren und Hass und Gewalt zu säen.
Einen Tag nach seinem Tod erschien in einer italienischen Zeitung ein Nachruf, der Dr. Claudio Burelli nicht nur als hoch angesehenen und äußerst versierten Experten auf dem Gebiet der Kardiologie würdigte, sondern auch und vor allem als großartigen Menschen mit unerschütterlichen Werten.
Ja, so haben auch wir, das Team der Gedenkstätte, Claudio kennengelernt. Und so wird er in unseren Gedanken und unseren Herzen weiterleben – als Mensch, der Menschlichkeit lebte und für den Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Achtung anderer Menschen ganz selbstverständlich waren. Doch er wird uns fehlen, wir werden seinen Humor, seine positive Energie und seine ausgleichende Herzlichkeit sehr vermissen.
Tage der Begegnung
Die Befreiung des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge im April 1945 jährt sich zum einundachzigsten Mal. Wir laden Sie herzlich ein.
Die Workshops am Samstag, 11.04. um 09:30 bieten die Gelegenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Gästen, Angehörigen von Häftlingen des Lagers, etwas Gutes zu tun und darüber in Kontakt zu kommen.
Freitag, 10. April 2026
16:30 Uhr | „Survivor + Liberator“ (Überlebender + Befreier), Filmvorführung und Gespräch mit Stuart Lesorgen und Noel March
17:00 Uhr | Vorstellung aktueller Projekte der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge
18:00 Uhr | Jahreshauptversammlung des Fördervereins der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge e.V.
Kino Zuckerfabrik, Gröperstr. 88, Halberstadt
Samstag,11. April 2026
09:30 Uhr | Workshop Pflege des ehemaligen Lagergeländes und Workshop zur Herstellung floraler Gedenkzeichen
Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge
Gedenken und Kranzniederlegung
11:30 Uhr | südliches Massengrab
11:45 Uhr | Gedenkstein der Opfer des Todesmarsches
Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge
14:45 Uhr | Städtischer Friedhof Halberstadt
15:30 Uhr | Sowjetischer Ehrenfriedhof Halberstadt
16:30 Uhr | Städtischer Friedhof Quedlinburg
Konzert
20:00 Uhr I Gruppe "Foyal"
Moritzkirche, Moritzplan 1, Halberstadt
Sonntag, 12. April 2025
10:00 I Gedenkveranstaltung anlässlich des 81. Jahrestages der Lagerbefreiung
Gedenkaktion zum Thema: „Relevanz von Erinnerung“
Einführung: Jean-Louis Bertrand, Frankreich, Gruppe der 2. Generation
Gedenken mit Kranzniederlegung
Ansprachen:
André Frères, Belgien, Gruppe der 2. Generation
Gisela Döring, Landesvorsitzende des VVN-BdA Sachsen-Anhalt e. V.
Jan Riedel, Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt
Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge
NESHAMA: Gedenken beim Mémorial de la Shoah in Paris
Seit 2025 ist unsere Gedenkstätte zusammen mit den Berufsbildenden Schulen J.P.C. Heinrich Mette Partner im Netzwerk NESHAMA. NESHAMA (hebr. Seele) ist ein auf Initiative des Mémorial de la Shoah, Paris, entstandenes und von der Europäischen Kommission gefördertes Netzwerk von jungen Botschafterinnen und Botschaftern des Gedenkens an den Holocaust, die mit Erinnerungsorten und Museen in Frankreich, Griechenland, Kroatien, Polen und Deutschland kooperieren. Über 250 Schülerinnen und Schüler aus diesen fünf Ländern trafen nach monatelanger Vorbereitung im Januar in Paris zusammen zu Jugendbegegnung, Gedenkstättenbesuchen und Zeitzeugengesprächen. Höhepunkt war die Gedenkveranstaltung in der Krypta des Mémorial de la Shoah am internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, dem 27. Januar.
In Quedlinburg beschäftigen sich seit Februar 2025 13 Schülerinnen und Schüler in einem Projektunterricht mit der Geschichte des Nationalsozialismus und insbesondere des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge. Sie recherchierten zu dem Transport vom 19. Februar 1945, mit dem Häftlinge aus Sachsenhausen, Auschwitz und Groß-Rosen nach Langenstein-Zwieberge kamen. Unter ihnen befanden sich viele von den Nationalsozialisten als Juden verfolgte Menschen. Einer von ihnen war Eddie Willner aus Mönchengladbach, dessen Spuren wir auch in Frankreich folgen konnten. Seine Familie war vor den Nationalsozialisten nach Frankreich geflohen, wurde aber dort interniert und über das Deportationslager Drancy nach Auschwitz gebracht. In der an das Lager erinnernde Gedenkstätte Drancy stellten die teilnehmenden Botschafterinnen und Botschafter einander ihre Orte und die mit ihnen verknüpften Geschichten vor.
Partner von NESHAMA sind:
- Gedenkstätte Jasenovac und das Ministerium für Wissenschaften, Bildung und Jugend, Kroatien
- Mémorial de la Shoah und Mémorial des martyrs de la Déportation, Frankreich
- Jüdisches Museum Griechenlands und das Ministerium für Bildung und Religion, Griechenland
- Staatliches Museum und Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, Polen
- KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge, Deutschland
"Baracke 13" ist konserviert
Nach der Reparatur des Dachs ist nun auch die Gebäudehülle der 1992 auf dem Gedenkstättengelände aufgestellten Baracke konserviert. Die im wesentlichen aus Originalbauteilen bestehenden Wandsegmente wurden an schadhaften Stellen ausgebesserten und erhielten einen Schutzanstrich. Die im Original erhaltenen Fensterrahmen sind nun durch Glasabdeckungen geschützt. In diesem Sommer wurde auch die Grundfläche der Baracke 14 freigelegt, die neben Baracke 13 stand.
Die beiden Baracken vom Standardtyp RLM (Reichsluftfahrtministerium) wurden im Winter 1945 als letzte im Lager errichtet. Die Standorte beider Baracken sind heute an den Plateaus zu erkennen, die an dem Hang für sie hergestellt wurden.
Zu den hier inhaftierten zählten Dino Burelli und Leon Langer. Blockältester in Baracke 13 war der seit 1942 als „Berufsverbrecher“ inhaftierte Franz Mannl. Über ihn ist wenig bekannt. Blockältester in Baracke 14 war Karl Feldkamp, ein Kommunist aus Oberhausen, der wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ seit 1935 in Haft war. Feldkamp war einer der wenigen Nichtjuden in der Baracke. Er überlebte und kehrte nach Oberhausen zurück, wo er Leiter der Betreuungsstelle für politisch, rassisch und religiöse Verfolgte wurde. Weitere Informationen finden Sie hier.
Die Ausstellung zeigt Wort-Bild-Kompositionen, die im Rahmen eines partizipativen Jugendprojektes zur lebendigen Erinnerungskultur entstanden sind.
Im Mai 2025 haben sich Jugendliche zwei Tage lang mit der Geschichte und den Schicksalen von Häftlingen des KZ Langenstein-Zwieberge beschäftigt.
Dabei lernten sie den historischen Ort aus verschiedenen Blickwinkeln kennen. Was sie besonders berührte und zum Nachdenken anregte, hielten sie nicht nur fotografisch fest, sondern gingen auch auf die Suche nach Worten zur Spiegelung ihrer persönlichen Sicht auf die Geschichte und die Schicksale der Opfer des KZ Langenstein - Zwieberge.
Auf diese Weise entstanden kreative und einzigartige Wort-Bild-Kompositionen für eine gemeinsame Ausstellung. Das Projekt „BILDSPRACHE – Fotografie und Worte“ ist in diesem Jahr bereits in die vierte Auflage gegangen und damit zu einem beispielhaften Projekt zur lebendigen Erinnerungskultur und partizipativen Jugendarbeit geworden.
„BILDSPRACHE – Fotografie und Worte“ ist ein gemeinsames Projekt der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge und der Regionalkoordination des Harzkreises „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ des Dachverein Reichenstrasse e.V.
Der Eintritt ist frei.
Ein neues Dach für „Baracke 13“
Die Reparaturarbeiten am Dach der 1992 auf dem Gedenkstättengelände aufgestellten Baracke sind abgeschlossen. Die historischen Binder in der Dachkonstruktion konnten weitgehend erhalten werden. Die erneuerten Teile sind leicht an ihrem hellen Holzton zu erkennen. Die Dachhaut wurde vollständig erneuert. Damit ist ein erster wichtiger Schritt zum Erhalt der historischen Substanz der Baracke getan.
Am Standort der „Baracke 13“ stand in der NS-Zeit eine RLM-Baracke, ein Standardtyp des Reichsluftfahrtministeriums mit den Standardmaßen von 12,50 x 42,50 m. Auch die „Baracke 13“ besteht aus Elementen dieses Typs, ist allerdings bei gleicher Breite kürzer. Ursprünglich war sie als Mittelgangbaracke vorgesehen, was an den Aussparungen der unten an den Bindern angebrachten Bretter zu erkennen ist. Die vorhandene Giebelwand entspricht dem nicht - sie hätte in der Mitte eine Tür haben müssen.
Bei allen Unterschieden kann „Baracke 13“ einen Eindruck von den Baracken vermitteln, die ursprünglich im Lager standen. Neben RLM-Baracken - dem häufigsten Typ - standen auch die etwas kleineren Reichsarbeitsdienst-Baracken sowie Steinbaracken auf dem Lagergelände.
Im nächsten Schritt wird die erhaltene Gebäudehülle konserviert werden. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im nächsten Jahr stattfinden.
Digitales Informationsmaterial
Um Schülerinnen und Schülern, pädagogischen Fachkräften und anderen Interessierten eine intensive Beschäftigung mit der Thematik zu ermöglichen, hat die Gedenkstätte für die Öffnung individueller Lern- und Denkräume ein digitales Informationsmaterial zur Geschichte des KZ Langenstein-Zwieberge erarbeitet. Unterteilt in bisher zehn verschiedene Themenmodule von der Ankunft der Häftlinge bis hin zum „Leben danach“ bietet das ausgewählte und didaktisch aufbereitete Material unter Einbeziehung vielfältiger Quellen wie Zeitzeugenberichten, Luftbildern, Fotos, Film- und Interviewsequenzen, einen multiperspektivischen Blick auf das jeweilige Modulthema. Die einzelnen Module können jederzeit inhaltlich ergänzt und neu erarbeitete Module zu weiteren Themen problemlos eingefügt werden. Das Informationsmaterial ist unter einem Link abrufbar und erscheint bei jedem Aufruf in der jeweils aktuellen Fassung.
Kontakt
Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Gedenkstättenpädagogin Gesine Daifi:
Telefon 03941 567325
E-Mail gesine.daifi(at)erinnern.org

