Willkommen auf der Homepage der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge
Die Gedenkstätte erinnert an die Häftlinge aus 23 Ländern des KZ-Außenlagers Langenstein-Zwieberge. Unter der Bezeichnung B2/Malachit mussten sie von April 1944 bis April 1945 ein 13 km langes Stollensystem in die Thekenberge bei Halberstadt (Sachsen-Anhalt) treiben. Infolge der körperlichen Strapazen und der mangelhaften Ernährung starben innerhalb von nur zwölf Monaten über 1.700 von über 7.000 Häftlingen.
Heute ist die Gedenkstätte ein internationaler Ort des Erinnerns, der politischen Bildung und der historischen Forschung.
Aktuelles
Stollenöffnung am 26. und 27. September
Am Samstag und Sonntag, den26. und 27. September 2026, ist der für die Gedenkstätte zugängliche Teil des Stollensystems in den Thekenbergen in der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr für Besichtigungen geöffnet.
Zugänglich ist ein 120 Meter langen Stollenabschnitt. Eine Ausstellung am Stolleneingang informiert über die Folgen der KZ-Zwangsarbeit.
Der Stollen kann nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Zur Sicherheit besteht Helmpflicht. Helme sind am Stollen vorhanden; es können auch z.B. eigene Fahrradhelme benutzt werden. Die Führung dauert 45 Minuten.
Beginn der Führungen:
14:15 Uhr
15:15 Uhr
16:15 Uhr
Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.
Der Zugang ist nicht barrierefrei. Im Stollen sind ca. 8°C. Festes Schuhwerk und warme Kleidung sind empfohlen.
Der Eingang zum Stollen befindet sich in den Thekenbergen in der Nähe des Aufstiegs zum Gläsernen Mönch. Er ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Bitte den Wegweisern „Reichsbahnstollen“ folgen. Parkplätze sind am Gedenkstättengebäude vorhanden. Die Entfernung vom Gedenkstättengebäude beträgt ca. 2 km.
Parkplätze sind am Gedenkstättengebäude vorhanden.
Erinnerung in Aktion
Sehen Sie den Kurzfilm "Erinnerung in Aktion" von Dorothée Martin-Garde über die Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge und die Teilnahme am europäischen Kooperationsprojekt NESHAMA mit Partnern aus Frankreich, Polen, Griechenland und Kroatien. Dorothée Martin-Garde ist Enkelin von Raymond Soulas, der das Konzentrationslager überlebte.
Abschluss des NESHAMA-Projektes
Am 17. Juni 2026 fand die Abschlussveranstaltung unseres Neshama-Projekts in Form einer Auswertung und Präsentation in der Berufsbildenden Schule J. P. C. Heinrich Mette in Quedlinburg statt. Wir bedanken uns bei allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, die großes Interesse gezeigt und viel Arbeit in das Projekt gesteckt haben. Ebenso danken wir allen Lehrkräften, die das Projekt während der gesamten Laufzeit unterstützt und begleitet haben.
Seit 2025 ist unsere Gedenkstätte zusammen mit den Berufsbildenden Schulen J.P.C. Heinrich Mette Partner im Netzwerk NESHAMA. NESHAMA (hebr. Seele) ist ein auf Initiative des Mémorial de la Shoah, Paris, entstandenes und von der Europäischen Kommission gefördertes Netzwerk von jungen Botschafterinnen und Botschaftern des Gedenkens an den Holocaust, die mit Erinnerungsorten und Museen in Frankreich, Griechenland, Kroatien, Polen und Deutschland kooperieren. Über 250 Schülerinnen und Schüler aus diesen fünf Ländern nahmen Teil. Das Netzwerk besteht weiter.
Abschied von Dr. Claudio Burelli
Es gibt Momente, in denen man das Gefühl hat, die Welt würde still stehen… Für das Team der Gedenkstätte gab es am 29. März 2026 so einen Moment, als wir erfuhren, dass Claudio Burelli verstorben ist. Sofort kamen uns Bilder, Gesprächsfetzen und Worte, die wir noch im letzten November während des Seminars der Gruppe der 2. Generation mit Claudio gewechselt hatten, in den Sinn. Gespräche, von denen wir nicht wussten, dass es unsere letzten mit Claudio waren…
Der Kardiologe Dr. Claudio Burelli war der Sohn des italienischen Zwieberge-Überlebenden Dr. Dino Burelli. Gemeinsam mit seinem Vater, später als engagiertes Mitglied der Gruppe der 2. Generation und als stellvertretender Vorsitzender der Sektion Udine der ANED (der Nationale Verband der ehemaligen italienischen Deportierten) setzte sich Claudio Burelli leidenschaftlich für ein Nachdenken über und eine Besinnung auf grundlegende menschliche Werte ein. Mit Jugendlichen sowohl in Italien als auch in Deutschland kam er regelmäßig ins Gespräch und thematisierte die Mechanismen, die auch heute noch wirken, um Feindbilder gegenüber allem Andersartigen zu schüren und Hass und Gewalt zu säen.
Einen Tag nach seinem Tod erschien in einer italienischen Zeitung ein Nachruf, der Dr. Claudio Burelli nicht nur als hoch angesehenen und äußerst versierten Experten auf dem Gebiet der Kardiologie würdigte, sondern auch und vor allem als großartigen Menschen mit unerschütterlichen Werten.
Ja, so haben auch wir, das Team der Gedenkstätte, Claudio kennengelernt. Und so wird er in unseren Gedanken und unseren Herzen weiterleben – als Mensch, der Menschlichkeit lebte und für den Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Achtung anderer Menschen ganz selbstverständlich waren. Doch er wird uns fehlen, wir werden seinen Humor, seine positive Energie und seine ausgleichende Herzlichkeit sehr vermissen.
Die Ausstellung zeigt Wort-Bild-Kompositionen, die im Rahmen eines partizipativen Jugendprojektes zur lebendigen Erinnerungskultur entstanden sind.
Im Mai 2025 haben sich Jugendliche zwei Tage lang mit der Geschichte und den Schicksalen von Häftlingen des KZ Langenstein-Zwieberge beschäftigt.
Dabei lernten sie den historischen Ort aus verschiedenen Blickwinkeln kennen. Was sie besonders berührte und zum Nachdenken anregte, hielten sie nicht nur fotografisch fest, sondern gingen auch auf die Suche nach Worten zur Spiegelung ihrer persönlichen Sicht auf die Geschichte und die Schicksale der Opfer des KZ Langenstein - Zwieberge.
Auf diese Weise entstanden kreative und einzigartige Wort-Bild-Kompositionen für eine gemeinsame Ausstellung. Das Projekt „BILDSPRACHE – Fotografie und Worte“ ist in diesem Jahr bereits in die vierte Auflage gegangen und damit zu einem beispielhaften Projekt zur lebendigen Erinnerungskultur und partizipativen Jugendarbeit geworden.
„BILDSPRACHE – Fotografie und Worte“ ist ein gemeinsames Projekt der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge und der Regionalkoordination des Harzkreises „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ des Dachverein Reichenstrasse e.V.
Der Eintritt ist frei.
Digitales Informationsmaterial
Um Schülerinnen und Schülern, pädagogischen Fachkräften und anderen Interessierten eine intensive Beschäftigung mit der Thematik zu ermöglichen, hat die Gedenkstätte für die Öffnung individueller Lern- und Denkräume ein digitales Informationsmaterial zur Geschichte des KZ Langenstein-Zwieberge erarbeitet. Unterteilt in bisher zehn verschiedene Themenmodule von der Ankunft der Häftlinge bis hin zum „Leben danach“ bietet das ausgewählte und didaktisch aufbereitete Material unter Einbeziehung vielfältiger Quellen wie Zeitzeugenberichten, Luftbildern, Fotos, Film- und Interviewsequenzen, einen multiperspektivischen Blick auf das jeweilige Modulthema. Die einzelnen Module können jederzeit inhaltlich ergänzt und neu erarbeitete Module zu weiteren Themen problemlos eingefügt werden. Das Informationsmaterial ist unter einem Link abrufbar und erscheint bei jedem Aufruf in der jeweils aktuellen Fassung.
Kontakt
Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Gedenkstättenpädagogin Gesine Daifi:
Telefon 03941 567325
E-Mail gesine.daifi(at)erinnern.org
